Postkarten der Wiener Werkstätte

Über den Autor

Daniel Stade ist seit 2010 Geschäftsführer und Auktionator bei Stade Auktionen und ist selbst passionierter Sammler. Im Sammlerlexikon veröffentlicht er Wissenswertes zu beliebten Ansichtskarten und Briefmarken.
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Die Wiener Werkstätte – Kunstvolle Postkarten
Die Wiener Werkstätte war eine berühmte Handwerks- und Kunstgemeinschaft, die ihren Fokus auf die Gestaltung von Gebrauchsgegenständen zu künstlerischen Objekten legte. Das erklärte Ziel: Kunst in alle Bereiche des Lebens hineinzutragen. Kein anderes Produkt der Wiener Werkstätte hatte mehr Verbreitung als die Postkarten. Sie waren bewusst nicht als Gebrauchsgrafik konzipiert, sondern als Kleinkunstwerke zur Wandgrafik, die sich auch weniger betuchte Kunstliebhaber leisten konnten.
Themen der Ansichtskarten der Wiener Werkstätte
Die Postkarten der Wiener Werkstätte deckten eine Vielzahl von Anlässen ab, darunter
- Osterkarten
- Weihnachtskarten
- Neujahrskarten
- Pfingstkarten
- Namenstag-Karten
- Krampus- und Nikolokarten
- Modekarten mit eleganten Damen oder ausgefallenen Hutkreationen
- topografische Ansichten aus Wien und Umgebung
- humorvolle Scherzkarten
- spezielle Serien von Künstlern wie Moriz Jung
Künstlerische Gestaltung & Einflüsse
Die frühen Postkarten der Wiener Werkstätte lehnten sich ästhetisch stark an den japanischen Farbholzschnitt an, erkennbar an den ausdrucksvollen Farbkontrasten, der flächigen Gestaltung und den klaren Konturzeichnungen. Diese stilistische Orientierung prägte besonders die Karten ab 1907.
Ein Alleinstellungsmerkmal der Wiener Werkstätte war die Tatsache, dass die Kunstwerke speziell für Postkarten geschaffen wurden. Bis dahin gab es zwar Postkarten von Kunstwerken, also Reproduktionen, aber die Wiener Werkstätte entwickelte eigens für das Postkartenformat konzipierte Originalentwürfe.
Die Karten wurden nicht nur verschickt, sondern schon damals intensiv gesammelt. Ihre exklusive Gestaltung und die relativ kleine Auflage machten sie bei Sammlern begehrt – eine Leidenschaft, die bis heute ungebrochen anhält.
Künstler
Insgesamt gestalteten 48 verschiedene Künstler Postkarten für die Wiener Werkstätte. Dabei reichte die Spanne von weltberühmten Künstlern wie Kokoschka und Schiele bis zu Schülern der Kunstgewerbeschule, denen die Wiener Werkstätte eine Plattform bot.
Neben den bekannten Namen arbeiteten auch viele junge, damals noch unbekannte Künstlerinnen für die Postkartenserie:
- Mela Köhler: Über 90 Modekarten mit eleganten Damen und ausgefallenen Hutkreationen
- Maria Strauss-Likarz: Hutmode-Karten
- Fritzi Berger: Modekarten
- Susi Singer: Weihnachtskarten und andere Motive
- Adalberta Kiessewetter: Topografische Ansichten
Produktion & Druckereien
Die Postkarten wurden in ausgelagerten Wiener Druckanstalten produziert, die auf lithographische Vervielfältigungstechniken spezialisiert waren. Die wichtigsten Kooperationspartner der Wiener Werkstätte waren:
- Lithographie und Steindruckerei Albert Berger (Hauptdruckerei, Tigergasse 8 im 8. Bezirk)
- Graphische Kunstanstalt Brüder Rosenbaum
- Chwala’s Druck
- Gesellschaft für graphische Industrie
Einige Künstler der Wiener Werkstätte, wie Richard Teschner (Leiter der Lithographieabteilung bei den Brüdern Rosenbaum), Urban Janke, József Divéky und Karl Schwetz, arbeiteten auch für diese Druckereien und kannten daher die technischen Details des Produktionsprozesses genau.
Wussten Sie, dass ..?
Eine der teuersten in Mitteleuropa gehandelten Ansichtskarten, ein Krampus-Motiv mit Kind, stammt aus der Wiener Werkstätte und wurde am 12. Oktober 2003 für 11.000 Euro versteigert. Dies zeigt den außergewöhnlichen Wert seltener Motive.
Wertfaktoren einer Postkarte der Wiener Werkstätte
Herkunft
Die Postkarten stammen aus Österreich und sind ein bedeutendes Zeugnis der Wiener Moderne.
Alter
Die Karten wurden in einem relativ kurzen Zeitraum von 1907 bis 1913 produziert. Die Produktion endete vorerst 1913, wurde dann aber 1919/20 nochmals aufgenommen. Insgesamt sind heute etwa 1.000 verschiedene Motive bekannt, die fortlaufend nummeriert wurden (bis Nr. 1012, mit einigen Lücken zwischen 900 und 1000).
Material
Die Karten der Wiener Werkstätte sind auf hochwertigem Papier gedruckt und zeichnen sich durch ihre außergewöhnlichen Designs und die hohe Qualität der Ausführung aus. Die meisten Postkarten bestehen aus drei Papierlagen: zwei feinen Lagen für den Motivdruck auf der Vorderseite und die Rückseite sowie einer stärkeren Lage in der Mitte. Diese spezielle Konstruktion ermöglichte den Druck mit lithographischen Schnellpressen.
Zustand
Unbeschriebene Karten sind in der Regel wertvoller als beschriebene. Der Zustand der Wiener Werkstätte Ansichtskarte spielt eine entscheidende Rolle für ihren Wert.
Seltenheit
Die Seltenheit variiert je nach Auflage einer Serie. Die Auflagen lagen üblicherweise zwischen 600 und 1000 Stück, wobei beliebte Motive mehrere Auflagen erlebten. Ausgefallene Motive hatten tendenziell kleinere Auflagen (teils nur 200 Stück), da sie sich schlechter verkauften. Dies macht sie heute besonders wertvoll für Sammler.
Besonderheiten
Die künstlerische Gestaltung der Karten ist von hohem Wert. Die Entwürfe wurden speziell für Postkarten entwickelt und weisen oft aufwändige, kunstvolle Designs auf. Einzigartige und ausgefallene Motive erhöhen den Wert zusätzlich.
Bilder
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Der Wert alter Ansichtskarten kann nur durch eine eingehende Bewertung durch unsere Experten genau ermittelt werden. Diese hängt von verschiedenen Aspekten ab, darunter Alter, Herkunft, Seltenheit, Zustand sowie der Bekanntheit des Künstlers. Besonders hoch geschätzt werden Karten, die von historisch bedeutenden Persönlichkeiten stammen.
Für eine erste Einschätzung können Sie uns gerne Scans Ihrer Ansichtskarten zukommen lassen. Beachten Sie jedoch, dass diese allein für eine finale Kaufentscheidung nicht ausreichen. Um Ihnen einen präzisen Ankaufpreis zu bieten, benötigen wir eine persönliche Begutachtung Ihrer Sammlung. Wir vermeiden es, pauschale Preise ohne vorherige Sichtung zu nennen, da wir dies für nicht seriös erachten. Sie sind jedoch herzlich eingeladen, uns Ihre Preisvorstellung mitzuteilen.
Die Ansichtskarten sollten älter als 1945 sein. Ob die Ansichtskarten beschrieben sind oder postalisch befördert wurden, spielt prinzipiell keine Rolle. Viel wichtiger ist, dass sich die Ansichtskarten in einem sammelwürdigen Zustand befinden. Stark beschädigte Ansichtskarten werden von uns nicht angekauft.
Sehr gerne können Sie uns in unserem Geschäft in Grenzach-Wyhlen besuchen, wo wir Ihnen persönliche Beratung bieten und Ihre Sammlungen begutachten können.
Falls ein persönlicher Besuch nicht möglich ist, nutzen Sie bitte den Postweg für den Versand Ihrer Ansichtskarten. Senden Sie diese als Paket und fügen Sie ein Anschreiben mit Ihrer Preisvorstellung, Adresse und Telefonnummer bei.
Stade Auktionen GmbH & Co. KG
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- Der Einlieferer kann nur Ansichtskarten, Briefmarken und sonstige Belege einliefern, über die er die alleinige Verfügung hat.
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- Die Verkaufsprovision für den Auktionator beträgt 22 % vom Zuschlagpreis. Bei einer Zuschlagssumme bis zu 500 Euro beträgt die Verkaufsprovision 30 %, die Versicherungskosten betragen 1 % vom Zuschlagspreis. Darauf wird die gesetzlich festgelegte Mehrwertsteuer erhoben. Portokosten für eventuelle Rücksendungen gehen zulasten des Einlieferers. Für die Bearbeitung von Großlosen erheben wir eine Gebühr von 2,50 Euro je Los, für einzelne Ansichtskarten 1 Euro.
- Der Versteigerer kann für Auktionsware keine Haftung übernehmen. Deshalb schließt er auf Rechnung des Auftraggebers eine spezielle Auktionsversicherung ab, die das Auktionsgut im Rahmen dieses Vertrages gegen alle Gefahren versichert. Die Versicherungssumme beträgt 1 % vom Zuschlagspreis.
- Zieht der Einlieferer die Ware aus Gründen, die er zu vertreten hat, zurück, nachdem der Auktionator die Ware bereits im Katalog oder im Internet ausgeschrieben hat, gilt die Ware für die Auktion als vorbereitet und der Auktionator rechnet den Auftrag mit einer weiteren Aufwandsentschädigung ab. Diese umfasst die entgangene Provision in Höhe von 20 % auf den Ausrufpreis des Loses. Des Weiteren ist die Bearbeitungsgebühr in Höhe von 25 Euro pro Los, höchstens jedoch 300 Euro zu erstatten. Gebühren für Prüfungen, die nach Ermessen des Versteigerers notwendig sind, werden – nach Rücksprache – gesondert in Rechnung gestellt.
- Die Abrechnung erfolgt 6–8 Wochen nach der Auktion.
- Vorschüsse sind bei guten Einlieferungen möglich.
- Gerichtsstand für alle Beteiligten ist Lörrach.
Wir bitten um Verständnis, dass wir Zusendungen unter 100 Ansichtskarten nicht annehmen können.
Beim Verkauf einer geerbten Sammlung von Ansichtskarten ist es wichtig, ihren Zustand zu bewahren, um hohe Verkaufserlöse zu erzielen.
Achten Sie darauf, dass die Karten in ihrem Originalzustand bleiben:
- Vermeiden Sie Knicke, Kritzeleien und Änderungen an verblasster Schrift.
- Entfernen Sie auch keine Briefmarken, da dies den Wert der Karte verringern kann.
- Zum Schutz vor Feuchtigkeit und Staub sollten die Karten mit einem trockenen Pinsel gereinigt und in Schutzhüllen aufbewahrt werden.
Solche Maßnahmen helfen, den Wert und die Attraktivität der Sammlung für Sammler zu maximieren.
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